Dr. Quinzel wechselt die Seiten (Zweiter Teil)

am 09.11.2009 von Crey um 17:58 Uhr
Dr. Quinzel trifft auf den Joker ...
Dr. Quinzel trifft auf den Joker ...

Früher als gedacht setzen wir schon heute Dr. Quinzels Geschichte fort … (LinkLink für Teil 1)

Mit dem großem Mantel fest verschlossen, ging sie sicher und fast ohne Zweifel in die Stadt. Sie wusste, wo sich Joker aufhalten würde. Zumindest bildete sie es sich sein. Sie dachte sie kennt ihn gut genug, um zu wissen wo er hingehen würde, wenn er ausbrechen würde. Das Lächeln in ihrem Gesicht verhärtete sich. Sie konnte es einfach nicht unterdrücken. Sie war zufrieden mit der Entscheidung, die sie getroffen hatte. Sie wollte mit Joker zusammen sein, seine Geliebte sein, ach was, sie wollte ihn ganz für sich alleine haben. Und das würde sie auch schaffen, davon war sie überzeugt. Nichts und niemand wird das verhindern können. Sie hatte bisher doch immer das bekommen, was sie wollte und sie war durchaus bereit alles dafür zu tun …

Joker hatte immer wieder von dieser Zoohandlung gesprochen. Die kleinen süßen Kätzchen hätten es ihm angetan. Das erwähnte er in den Sitzungen immer und immer wieder. Er fragte, ob Dr. Quinzel den Laden kennen würde und ob sie mal da war. Irgendwann war sie tatsächlich einmal da und stellte fest, dass die Kätzchen wirklich süß waren. Sie erzählte es ihm sofort in der nächsten Sitzung und er war begeistert. Er stellte sich immer wieder vor, wie es wohl sein könnte direkt dort sein Versteck zu haben. Da würde nie einer darauf kommen.

Natürlich würde dort nie jemand nach ihm suchen, nur Dr. Quinzel. Sie wusste ja aus den vielen Sitzungen wo er hingehen würde. Also suchte sie den Laden auf. Es war dunkel und niemand schien in dem Laden zu sein. Er war leer. Nur ein paar Käfige und Terrarien wurden beleuchtet. Im Schaufenster sah man ein paar Welpen, die nervös, den Schwanz eingezogen, hin und her liefen. Doch sie ließ sich davon nicht beirren. Ist doch klar, dass er nicht mitten im Verkaufsraum stehen würde. Da könnte ihn ja jeder sehen, dachte sie. Clever, sehr clever von ihm, dachte sie und ging zur Hintertür.

Sie lag richtig. Innerlich eine Siegerfaust machend, ging sie auf den mit Muskeln bepackten Mann zu, der direkt vor der Hintertür stand. Mit verschränkten Armen und starrem Blick nach vorne stand er da und es sah nicht danach aus, als wenn er einfach weggehen würde. Ein paar Meter vor ihm blieb sie stehen, zupfte ihren Mantel zu recht, räusperte sich – für ihn hörbar -, und ging auf ihn zu. Er sah sie kommen, unternahm aber nichts. Sie baute sich vor ihm auf, was etwas seltsam aussah, da er mindestens vier Köpfe größer war als sie. Ihre Knie wurden weich und sie bekam kurz das Verlangen wieder nach Hause zu gehen. Der Kerl drehte sich plötzlich um, ging einen Schritt auf die Tür zu und öffnete sie. Er hielt Dr. Qunizel die Tür auf. Nickte mit dem Kopf als Zeichen dafür, dass sie eintreten könne. Es ging einfacher als sie dachte. Ohne den großen Kerl weiter zu beachten ging sie hinein.

Es brannte nur spärliches Licht. Die Treppe, die zum Keller führte war allerdings gut beleuchtet. Also ging sie die Treppen hinunter. Mit jeder Stufe, die sie hinab stieg, wurde sie etwas nervöser und verspürte zugleich eine wachsende Vorfreude. Es war Gelächter zu hören. Sein Gelächter. Es schien so, als würde er so eine Art Ansprache halten. Nur er redete. Sie folgte der Stimme durch den Keller bis sie an die Tür kam, in der sie ihn vermutete. Sie stockte. Nun gab es kein Zurück mehr. Sie stockte nicht, weil sie Angst hatte was jetzt kommen würde. Sie stockte nicht weil sie wusste, dass das, was sie hier tat nicht gerade förderlich für ihren Job war. Sogar eher im Gegenteil. Sie wusste, dass sie wohl nie wieder ihren Job ausüben könnte. So gerne mochte sie den eh nicht. Ihn aber mochte sie sehr. Er war der Grund warum sie stockte. Was ist, wenn er mich nicht mag. Was ist, wenn er meine Gefühle nicht erwidert. Was, wenn er mich ignoriert. Was, wenn ich es nicht schaffe ihn zu verführen. All diese Fragen schossen ihr durch den Kopf. Jeder einzelne hinterließ eine Gänsehaut. Plötzlich war sie so unsicher wie ein Schulmädchen, das zum ersten Mal Händchen halten sollte. Ihr Puls raste ins Unendliche. Sie atmete schwer und schnell versuchte dabei aber so leise zu sein wie möglich. Sie wollte nicht entdeckt werden.

Wobei das natürlich schon längst geschehen war. Joker wusste wer da vor seiner Tür stand, man hatte es ihm schon längst zugetragen. Entzückt nahm er die Nachricht von einem seiner Schergen entgegen. Überrascht war er nicht. Nur dass es heute schon passieren würde, damit rechnete er nun wirklich noch nicht.

„Herein Dr. Quinzel“ rief er mit einem Tonfall, der jeden anderen hätte frösteln lassen. Sie hingegen empfand diesen Tonfall als Bestätigung. Er hatte auf sie gewartet.
Er mag sie.

Sie zog den Mantel aus. Schmiss ihn neben die Tür. Sie überprüfte noch mal ihr Aussehen, hob ihr Dekolleté noch mal ins rechte Licht und überzeugte sich davon das alles perfekt war.

Schnell öffnete sie die Tür und ging hindurch – sie wollte im Mittelpunkt stehen. Das war jetzt ihr Auftritt. Einige Sekunden herrschte vollkommene Stille im dem Raum. Jeder starrte sie an. Sie genoss es von diesen ‚Tieren’ angestarrt zu werden. Um sie herum ein dutzend muskelbepackter Männer, die alle weniger Grips hatten als eine Laborrate. Sie aber genoss ihre gierigen Blicke. Der wichtigste Blick aber kam von ihm – Joker. Er war sehr überrascht. Er sah aus wie ein normaler Mann, der von einer tollen, gut aussehenden Frau beeindruckt war. Das war fast zu viel für Dr. Quinzel. Am liebsten wäre sie direkt auf ihn gesprungen, doch sie hielt sich zurück. Er war an der Reihe, sie hatte ihre Sache gut gemacht.

„Welche Freude Sie zu sehen Frau Doktor.“

Joker fing sich schnell wieder und legte den normalen Wahnsinn wieder an die Oberfläche. Sein Grinsen wurde immer breiter und gefährlicher. Sie sah das Gefährliche allerdings nicht – sondern ging langsam, Schritt für Schritt, möglichst aufreizend auf ihn zu.

„Es ist mir auch eine Freude dich zu sehen.“ hauchte sie im entgegen, als sie direkt vor ihm Stand.

„Jungs, DAS ist eine Frau, wie sie mir gefällt, nehmt euch mal ein Beispiel an ihr!“

Sofort begannen einige seiner Schergen wie ein Model zu gehen. Sie stolzierten auf und ab.

„Nein, ihr hirnlosen und nutzlosen Helfer. Nicht so.“ Er nahm seine Waffe und erschoss einen. Einfach so. Sofort war es wieder still und niemand bewegte sich mehr. Dr. Quinzel zuckte nicht als geschossen wurde. Sie genoss es. Denn um an die Waffe zu kommen, hatte er sie zu sich herran gezogen, seinen Arm um sie gelegt und mit ihr zusammen den Schergen erschossen. Sie lehnte sich an ihn. Sie wollte ihn riechen und spüren. Sie war zufrieden. Sie schaute zu ihren Schergen nieder und war sich sicher, dass dies der richtige Weg war. Jetzt würde sie endlich glücklich werden. An seiner Seite. Als Königin der Unterwelt.

+++ENDE+++

Für Kritik, Anregungen usw. bin ich immer zu haben, also bitte her damit an ….. (hier crey@onipepper.de)




5 Kommentare zu “Dr. Quinzel wechselt die Seiten (Zweiter Teil)”

  1. HGWonline Davis says:

    wunderbar crey, wirklich geniale arbeit die einen tollen abschluss gefunden hat!
    wären der sätze von joker hatte ich ständig davon seine deutsche synchro im kopf weil ich das game im moment gerade durchzocke :D
    du hast den joker jedenfalls 1A getroffen, mein resepkt dafür!!!

  2. Michi_dV Michi_dV says:

    @crey: vielen dank! war echt ne super geschichte!!! bin schon auf dein nächstes werk gespannt!!!

  3. NoUse4U NoUse4U says:

    Sehr coole Geschichte Crey. Bin schon gespannt auf die nächste Geschichte

  4. PlayDuDe PlayDuDe says:

    einfach nur großartig, ich spiel auch grad das game und jetzt gefällt es mir noch mehr als vorher, danke crey

  5. Marco Marco says:

    Coole Geschichte, danke, dass wir dran teilhaben konnten… war ja auch ziemlich canon alles :)

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