Meine kleine Weihnachtsgeschichte!
am 25.12.2008 von Michi_dV um 18:31 Uhr
Hallo Ihr Lieben! Die Weihnachtsgans ist verdaut. Die Geschenkeorgie ist überstanden. Die buckelige Verwandschaft hat sich verabschiedet. Das Einzige, das noch Existent ist: ein höllischer Kater! Ich hoffe, dass Ihr einigermaßen unbeschadet aus der Sache herausgekommen seid! Nun aber zum Thema. Habt Ihr eine tolle Weihnachtsgeschichte parat, die in Verbindung gebracht werden kann mit Eurer größten Leidenschaft, dem Zocken? Ich habe da mehrere…
Leider eher unerfreuliche. Das sind diese “ich wünsche mir so dolle eine Konsole und kriege wieder einen Tennisschläger”-Geschichten. Und wenn ich die Konsole dann bekommen habe, dann haben mich alle Freunde ausgelacht, da sie schon längst das Nachfolgermodell hatten. Aber Weihnachten 1982, sollte alles anders sein…
Meine Eltern hatten mich schon eine lange Zeit vor Weihnachten gefragt, was mir das Christkind denn bringen soll. Ich verstehe bis heute nicht, weshalb sie immer sagen” Was soll das Christkind Dir bringen?”. Nun ja, Eltern bleiben Eltern und wir bleiben immer deren kleine Kinder, also lasse ich das mal so stehen. Ich habe sofort meinen Wunsch geäußert: “Ich will vom Christkind ein Intellivision von Mattel!!!”. Meine Eltern waren ob meines Wunsches nicht gerade begeistert. Teuer, dauernde Querelen mit dem Sohnemann wegen seiner Maßlosigkeit und, und, und. Man müsse mit dem Christkind darüber sprechen.
Mit dem Christkind darüber sprechen? Toll! Das hieß eigentlich immer: NOPE! Aber nichtsdestotrotz habe ich den Glauben nicht aufgegeben, dass mich Mattels Wunderkiste unter dem Tannenbaum erfreuen würde.
Der 24. Dezember 18:00. Die ganze Verwandschaft stand aufgereiht vor dem Weihnachtsbaum und wünschte sich ein frohes Weihnachten. Ich habe nahezu nichts verstanden, zu sehr starrte ich gebannt unter den Weihnachtsbaum. Und ich sah ein Paket, das ungefähr die Größe einer verpackten Konsole hatte. Ich wartete gefühlte Tage, als ich meine Erlaubnis bekam mein Päckchen zu öffnen. Gierig stürzte ich mich auf das Geschenk und hyperventilierte fast vor Freude und Anspannung. Ich schloss meine Augen als es nun darum ging, meinen eigenen Gral zu enthüllen. Ich riss das letzte verbliebene Verpackungsschnipselchen weg und öffnete meine Augen und………COLECO-VISION?????!!!!!! Was war das denn? Nein, das darf doch nicht wahr sein!!! Ich wollte doch ein Intellivision haben!!!!!! Ich konnte nicht anders und fing spontan an zu weinen. Alle Freunde hatten ein Intellivision und meine Eltern haben mir wieder so ein alte Konsole besorgt, die bei Weitem nicht das kann, was das Intellivision konnte.
Mein Vater und mein Onkel lachten schallend über meine Reaktion, was mich noch meh weinen ließ. “Jetzt lachen die mich auch noch aus!!!!”, dachte ich mir. Ich wollte einfach nur weg und diese Schmach vergessen machen. Bevor ich weinend in mein Zimmer laufen wollte, nahm mich mein Onkel mit einem festen Griff an sich und sagte mit ruhigen Worten:” Kleiner, weißt Du überhaupt was das ist?”. Ich antwortete mit tränenerstickter Stimme:” Ja, es ist kein Intellivision von Mattel sondern wieder ein Videospielgerät, dass Uralt sein muss! Ich kenne noch nicht mal den Namen!!!”. Mein Vater kam dazu, zog einen Zettel aus der Tasche und fing an vorzulesen, was auf dem Zettel stand! Nachdem er fertig war, fing ich wieder an zu weinen. Allerdings vor Glück! Das Colecovision war zum damaligen Zeitpunkt das Nonplusultra im Gamingbereich. In den Staaten gerade mal 3 Monate auf dem Markt gehörte ich in Deutschland zu den Ersten, die diese Next-Gen Konsole hoch 2 sein Eigen nennen durfte. Meine Eltern hatten einen Händler bezüglich des Intellivisions von Mattel gefragt und er hatte ihnen zu diesem Kauf geraten.
Das ColecoVision war die erste Spielkonsole, welche die Spielhallen-Hits der damaligen Zeit fast originalgetreu bei Grafik und Sound wiedergeben konnte. Dies war auf die Hardware-Ähnlichkeit des ColecoVision mit der damaligen Arcade-Technik zurückzuführen; auf dem Atari 2600, Intellivision und Philips G7000 war dies nur mit großen Abstrichen, nicht nur grafisch und klanglich, sondern oft auch im Gameplay und Levelaufbau, möglich. Auch das angebotene Lenkrad mit Pedalen (Turbo) für das ColecoVision war damals eine Sensation, Vergleichbares war für den Heimbereich bis dahin nicht erhältlich.
Als ich dann zum ersten Mal Donkey Kong (der Starttitel und im Spielpaket enthalten) einlegte, schrie ich vor Glück. Viele tolle Spiele sollten noch folgen.
Meine Eltern hatten sich entschlossen, mir diese Konsole zu schenken, da sie gemerkt hatten, wie glücklich mich Videospiele, Konsolen und Computer machten und haben sehr früh gemerkt, dass nicht der Teufel in diesen technischen Apparaten steckt, sondern die Zukunft! Ich danke meinen Eltern immer noch dafür! Vor allem, weil es nicht billig war und meine Eltern recht hart arbeiten mussten dafür. Noch mehr danke ich ihnen für das Vertrauen, dass sie mir geschenkt haben.
Bis heute hat sich nicht viel geändert. Ich liebe Videospiele, ich liebe das Virtuelle und ich bin glücklich, dass ich darüber schreiben darf und mit Euch allen austauschen kann. In diesem Sinne wünsche ich Euch ein frohe Weihnacht! Möge das nächste Jahr ein Gutes für Euch alle sein und das Schicksal Euch alle bevorzugt behandeln. Ich wünsche ferner OniPepper den Erfolg, den diese Seite verdient, da hier kein Kalkül dahinter steckt sondern pure Liebe zur Materie. Herz und Verstand! Das zeichnet unsere Community und die Seite aus!!! Ich umarme Euch alle und schaue frohen Mutes nach vorne!!! Euer ALeks_M




Tolle Story,du hast ja tolle Eltern,euch allen auch viel Glück und viel Segen !
Ich lese immer nur “Christkind” hier, “Christkind” da… dabei ist doch der Weihnachtsmann nun die Person der Saison. Ich bin, als Preusse, ein wenig verwirrt!
Verdammt Aleks, deine Geschichte ist ja total der Hammer! Echt großartig erzählt! Einfach Klasse! Die ColecoVision sieht ja aus wie eine Funksprechanlage, aber das waren ja die damaligen Konsolen immer so. XD
Wenn dir die ColecoVision sehr viel bedeutet hat, dann sollte sie man am besten als eine besondere Erinnerung schön aufbewahren.
Denn solche gute Erinnerungen kann man einfach nicht vergessen.
Aber etwas geht mir nicht aus dem Kopf, denn “Donkey Kong” kam doch damals eigentlich nur auf den Nintendo-Konsolen, oder etwa nicht?
Lg. Timiwood
super story aleksM eine ähnliche hätte ich auch im angebot… ich bekam damals einen atari2600 als andere schon den SNES zuhause stehen hatten, dass war vielleicht eine peinliche nummer, vor allem haben meine eltern das teil nur gekauft “weil es billig war”, diese art zu denken haben sie selbst heute noch, und sie haben es nicht mal nötig…
lol, das CBS Colecovision…damit fing auch bei mir alles an. Mein erstes Spiel (von insgesamt nur dreien) war übrigens Smurf. *hach, in Erinnerungen schwelg*
oh ja, smurf war großartig!!!
ALeks eine wirklich super geschichte
muss ja gut im futter bleiben!
ich weiß noch wie das Super Nintendo von mir ausgepackt wurde
herrliches gefühl!!
Aber Weihnachten im hause GeX ist immer sehr chillig und ungezwungen
mein opa macht wieder anzügliche witze. meine cousine und meine oma zanken und verarschen sich. schwester und mutter trinken und quatschen. Mein onkel und ich unterhalten uns über seine neue camera (ja iwie hat er jedes jahr VOR weihnachten eine neue camera xD)
Achja und das viele essen nicht zu vergessen
ps: futter gleich gibts ente! haha!
Also ich habe da auch eine kleine zockermässige Weihnachtsgeschichte auf Lager. Wen das nicht interessiert, der kann hier direkt aufhören zulesen *g*
Damals, daaamals, als ich so um die 10 Jahre alt war, wünschte ich mir nichts sehnlicher, als einen Computer. Bei uns in der Familie war das nämlich nicht so, dass man irgendwie schon immer einen da hatte, geschweige denn auch das Interesse für technische Neuerungen da war. Aber ich wollte einen. Nicht nur zum Spielen, auch zum Arbeiten (aber dazu nutzte ich den dann erst Jahre später so richtig *g*). Nun war das aber so, dass Computer ja doch relativ teuer sind und waren und ich den nicht einfach so bekommen sollte, ich musste schon was dafür tun. Der Deal war folgender:
Für jede eins in der Schule gab es eine Mark, für jede zwei 50 Pfennig und das Geld kam direkt in eine Kiste und wurde nicht mehr angefasst. Jetzt sind meine Eltern aber auch ein bisschen sadistisch und so bekam ich auch manchmal einfach irgendein Kabel oder ein anderes Bauteil, was so nach Computer aussah, damit ich mir den so stückchenweise zusammenbauen kann. Als Kind glaubt man sowas *g*
Ich blieb aber tapfer, meine Noten waren selten schlechter als eins, ich lernte fleissig, dass es auch so blieb und ich hatte schon eine gute Sammlung an “Computerteilen”, die ich alle nicht näher benennen konnte *g* So muss das ungefähr ein Jahr gegangen sein, bis endlich Weihnachten war. Natürlich rechnete ich mit nichts, doch plötzlich stand da eine riesige Kiste vor dem Weihnachtsbaum. Aber da hab ich noch immer nicht mit einem PC gerechnet, denn ich hatte ihn ja noch nicht verdient.
Endlich war Bescherung und ich konnte das Paket auspacken und was glänzt mich da an? Die schwarze, kalte Fläche des Monitors, eingepackt in einen Staubsaugerkarton! Ich war so dermaßen happy, so gefreut habe ich mich glaub ich später nur selten. Einmal noch beim ersten GV vielleicht
Das Ding, übrigens ein 386er, wurde sofort aufgebaut und die Spiele gleich ausprobiert… damals, daaamals, mit Windows 3.1. Darunter waren Bubble Bobble, Pacman und viele andere Klassiker, die ich daher alle kenne, auch, wenn ich sie nicht spielte, als sie herauskamen. Meine Eltern stellten aber auch daran wieder eine Bedingung: Die Computerschule. Wenn ich den Rechner behalten wollte und sie mich darin unterstützen sollten, musste ich diese besuchen, weswegen ich auch beizeiten programmieren lernte. Eigentlich keine schlechte Regelung, eine sehr gute sogar.
Die Kiste mit dem Geld durfte ich behalten, wollte ich aber nicht. Deal ist Deal *g* Was aus den “Computerteilen” wurde, weiß ich aber nicht mehr